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Sämtliche Texte unterliegen meinem Copyright, wenn nicht anders vermerkt.

Mein erster Challenge-Oneshot. Der erste Absatz war vorgegeben, der Rest ist MEINS. x) (auch aus einer anderen Sicht geschrieben)

Nach dem Ruhm | Her

Für heute hatten sie sich verabredet. In dem kleinen Café, wo sie schon vor Jahren immer zusammen gesessen hatten. Alle wussten sie Bescheid, aber keiner wusste, ob die anderen kamen. Vielleicht würde er alleine da sein, er, der immer wieder versucht hatte die Band zusammen zu halten. Doch irgendwann ging es einfach nicht mehr. Der Druck war zu groß gewesen, der Zusammenhalt zu schwach. Sie waren an ihrem Ruhm zerbrochen, wie schon viele andere Bands zuvor. Dass, obwohl sie immer gedacht, gehofft hatten, es würde ihnen nicht passieren. Doch dann, war es zu spät.


Ihr denkt, dass ich nur nicht mehr konnte, weil es mir zuviel wurde. Dass ich den Stress nicht länger aushielt, den Druck, der auf uns allen lastete. Aber es war mehr. Viel mehr. Mehr als man sich vorstellen kann. Ich war glücklich. Sie war mein Leben. Sie hatte mir ewige Liebe geschworen. Wir hatten es uns gegenseitig geschworen. Doch dann kam er. Er, der perfekte. Der, mit dem man nie über irgendetwas streiten muss. Anders als mit mir. Wir hatten uns oft gestritten. Zu oft. Doch ich habe sie geliebt. Mehr als alles andere auf der Welt. Und dann das. Ich habe sie mit ihm erwischt. Sie lagen auf dem Bett, ihre Arme und Beine abartig ineinander verschlungen. Fast nackt. Nackt wie die Wand des Zimmers, in dem ich tagelang saß. Vielleicht sogar wochenlang. Ich weiß es nicht mehr. Ich war nur noch ein Geist. Ein Schatten meiner selbst. Ich wollte nicht mehr leben. Wollte nicht mehr vor mich hin dämmern. Ich sehe noch genau das Messer vor mir. Das Blut, das meinen Arm hinunterlief. Der Schmerz. Und das Gefühl, es endlich geschafft zu haben. Frei sein zu können. Doch ich hatte mich getäuscht. Jemand hatte mich gefunden. Meine Mum. Sie hatte sofort einen Krankenwagen gerufen, und ich hatte überlebt. Leider. Sie haben mir oft diese Fragen gestellt, warum ich es getan hätte. Ich habe niemals geantwortet. Sie sind einfach davon ausgegangen, dass es an dem Ruhm lag. Dass ich mit den Nerven am Ende war. Das war ich. Aber nicht wegen der Band. Ich musste sie aufgeben, weil ich ja anscheinend unter dem Druck zusammenbrach. Aber es war mir egal. Genau genommen war mir alles egal. Ich hatte sie verloren. Für immer. Sie liebt ihn. Genau wie sie früher mich geliebt hat. Vielleicht sogar stärker. Ich spüre, wie die Eifersucht wieder aufsteigt. Und der Hass. Blanker Hass auf sie und auf ihn. Aber ich muss mich zusammennehmen. Denn gleich werde ich euch wiedersehen. Ich werde mich mit euch unterhalten, werde so tun, als ob alles okay wäre. Das ist es nicht. Ganz und gar nicht. Aber ich werde mich mit dem Gedanken aufrecht halten, dass ich danach noch an einen Ort darf, an dem es mir besser geht. Ich werde mich nicht umbringen. Nein, ich habe eine viel bessere Lösung gefunden als den Tod. Ich atme nochmal tief durch und gehe das letzte Stück zu dem Café, in dem wir uns treffen werden. Ich werde euch wiedersehen. Auch dich, Tom. Meinen Bruder. Und meinen Feind. Wir haben uns seit unserem Streit nicht mehr gesehen, ich bin weggezogen. Ich bin geflohen. Geflohen von all dem Schmerz. Ja, der Schmerz ist weg. Manchmal kommt er wieder. Bohrt mir wie ein Messer ins Herz. Aber die meiste Zeit geht es mir gut. Ich drücke die Tür auf. Fröhliches Geschnatter kommt wie eine Welle auf mich zu. Droht mich zu überrollen. Es sind viele Menschen hier. Zu viele. Wo seid ihr? Ich blicke mich um. Sehe eine Person mit aschblonden Dreadlocks. Du hast deine Frisur also nicht geändert. Wieso? Sie erinnert mich an die Vergangenheit. Es tut weh. Machst du das mit Absicht? Willst du mich provozieren? Willst du, dass ich es allen sage? Dass ich allen sage, was du getan hast? Manchmal würde ich es gerne. Aber ich kann nicht. Du bist mein Bruder. Langsam gehe ich auf den Tisch zu, an dem du sitzt. Du bist nicht alleine. Neben dir sitzt noch jemand. Jemand, mit zotteligen dunklen Haaren. Die Person dreht sich um. Es ist Georg. Er sieht geschockt aus. Sieht man es etwa so sehr? Das kann nicht sein. Ich habe ungefähr eine Tonne Make-Up im Gesicht. Damit man die Augenringe nicht sieht. Die Augenringe von den durchfeierten Nächten. Ich bin ständig in Clubs. Das ist mein Leben. Ich weiß nicht, was ich Sinnvolles tun sollte. Also verbringe ich meine Zeit mit feiern. Ab und zu habe ich auch One Night Stands. Die Frauen sind mir egal. Ich will nur ein bisschen Spaß. Ablenkung. Denn ich habe Angst. Angst davor, dass ich wieder in mein tiefes Loch versinken könnte, wenn ich allein bin. Aber jetzt bin ich hier. Bei euch. Meinen Freunden. Und gleichzeitig bei meinem Feind. Der Feind, der gleichzeitig mein Bruder ist. Auch Gustav ist inzwischen eingetroffen. Bis jetzt hat keiner auch nur ein Wort gesagt. Ich wünschte, ich könnte einfach die Zeit zurückdrehen und alles ungeschehen machen. Doch ich kann es nicht. Niemand kann das. Das Leben muss weitergehen. Aber das ist nicht so einfach. Ich allerdings habe meine Lösung gefunden. Ich habe alles unter Kontrolle. Meine Gefühle, meine Handlungen. Alles ist genau geplant. Bis aufs kleinste Detail. Ich setze mich zu euch an den Tisch. „Hallo“ Das bist du, Tom. „Wie geht es dir… euch?“ „Gut“ Warum fragst du das? Kannst du dir das nicht denken? Du bist nicht dumm. Willst du mir wehtun? So warst du schon immer. Dir war es schon immer vollkommen egal, was andere fühlen oder denken. Es ging immer nur um dich. Nach meinem versuchten Suizid hat sich das geändert. Und trotzdem – ich habe es nicht wegen der Aufmerksamkeit getan. Es war ein netter Nebeneffekt, mehr nicht. Ich hätte dich beschuldigen können. Du weißt das. Und du bist auch der einzige, der weiß, warum ich es getan habe. Und warum es mir so schlecht ging. Du kannst es nicht sagen. Denn dann würdest du nicht nur mich verraten. „Schön“ Ach ja? Du findest es also schön, dass es mir gut geht? Das glaube ich dir nicht. Du kennst doch nicht einmal die Definition dieses Wortes. Du bist leer. Du hast kein Herz. Und wenn doch, dann ist es aus Stein. Sonst hättest du es niemals getan. „Was ist mit euch?“ ich versuche, mich gelassen zu geben. Ihr dürft nicht merken, dass ich eigentlich nur raus will. Weg von euch. Oder besser gesagt – weg von dir. Mit dir kehren alle meine Erinnerungen zurück, die Dunkelheit, die droht, mich zu verschlucken. Aber ich schiebe sie beiseite. Ich bin stärker. Meine Vorfreude ist stärker als alles andere. Bald wird es mir wieder gut gehen. „Also mir geht’s blendend…“ „Mir auch“ „Und was ist mit dir, Tom?“ „Mir geht’s total gut… warum auch nicht?“ Darum, Tom. Du hast alles kaputt gemacht. Hast mein Leben zerstört. Aber du hast es anscheinend vergessen. Ihr fangt an, euch über belanglose Dinge zu unterhalten. Gustav erzählt dir, dass er eine tolle Freundin hat, Georg hat jetzt ein cooles Auto und alle sind glücklich. Außer mir. Aber das wird sich bald ändern. Ich sitze hier, sehe euch an. Aber in Gedanken bin ich weit weg. In Gedanken bin ich bei heute Abend. Der Party. Noch ein paar Stunden. „Ähm… nehmt’s mir nicht übel, aber ich muss jetzt leider gehen. Heute Abend steigt eine Party, und ich muss noch ein paar Sachen besorgen“ Es ist das erste Mal, dass ich mich zu Wort melde. Und das gleich mit einer Lüge. Aber es ist eine Notlüge. Ich halte das hier nicht länger aus. Ich ertrage es nicht, wie du mich ansiehst, wie glücklich du bist. Ich weiß nicht, wie es ihr geht, aber du hast es jedenfalls nicht verdient, so glücklich zu sein. Ich stehe auf und verlasse das Café. Draußen ist es kalt. Ich beginne, zu laufen. Bald habe ich es geschafft. Ich stehe an der Bushaltestelle. Kurz darauf kommt der Bus, der mich nach Hause bringt. Ich gehe die Treppen zu meinem Apartment hinauf. Ich stecke den Schlüssel ins Schloss und schließe die Tür auf. Dann gehe ich ins Bad und dusche mich, ziehe mir etwas anderes an und verlasse meine kleine Wohnung wieder. Mein Mann für alle Fälle ist sicher schon zuhause.

***

Ich klingle an der Tür. Kurz darauf öffnet jemand. Ich habe also richtig vermutet. Er ist zuhause. „Hast du mein Zeug?“ „Wenn du mein Geld hast, Kleiner“ „Ich… sag mal könnten wir nicht mal über den Preis verhandeln?“ „Du kannst auch mit Naturalien bezahlen, Schätzchen“ er setzt ein dreckiges Grinsen auf. Schwuchtel. „na schön, also nichts zu machen“ Ich gebe ihm sein Geld und nehme das kleine Päckchen, das er mir in die Hand drückt. „Bis bald“, haucht er mir ins Ohr. Sein Atem stinkt. Ich hasse das. Ich hasse ihn. Aber ich brauche ihn nunmal. Oder besser gesagt, ich brauche meinen Stoff. Ecstasy. Ich bin süchtig. Ein Junkie. Draußen angekommen verdrücke ich mich hinter eine Mülltonne, nehme eine der Pillen aus der Tüte und schlucke sie. Ich spüre, wie es mir langsam besser geht. Gleich werde ich wieder vollkommen frei sein. High, wie andere es nennen würden. Für mich ist es der einzige Weg in die Freiheit. Ich stehe auf und mache mich auf den Weg zur Party.

***

Ich wache auf. Wo bin ich? Alles um mich herum ist weiß. Und es riecht nach irgendetwas weiblichem… einem Parfum… ich drehe den Kopf zur Seite und sehe sie. Das Mädchen, das neben mir liegt. Naja, eigentlich ist es kein Mädchen, sondern vielmehr eine Frau. Sie sieht aus wie irgendeine Prostituierte. F*ck. Ich wollte nicht, dass meine letzte Nicht so aussieht. Aber das ist der Nachteil an den Drogen. Du weißt nicht mehr, was du tust. Aber egal. Ich weiß, was ich jetzt zu tun habe. Ich schlinge die Bettdecke um meine Hüften und gehe ins Bad, wasche mich. Nachdem ich meine Klamotten zusammengesucht habe, ziehe ich mich an und verlasse das Haus. Ich blicke mich kurz um, und jetzt weiß ich auch, wo ich bin. Die Wohnung hatte wohl dieser Frau gehört. Ich laufe los. Diesmal wird es klappen. Nicht so wie beim letzten Mal. Da sind sie. Die Bahngleise, die alles beenden sollen. Die mich erlösen sollen. Ich bin nämlich nicht frei. Ich habe nicht alles unter Kontrolle. Genau genommen habe ich gar nichts unter Kontrolle. Mein Leben ist ein Haufen aus Schutt und Asche. Immer wenn die Wirkung der Drogen nachlässt, versinke ich in ein tiefes schwarzes Loch. Es hat keinen Sinn mehr. Ich sehe keinen Ausweg. Außer diesen. Ich liege auf den Gleisen. Warte. Gleich ist es soweit. Ich höre den Zug. Er kommt näher. Ich sehe euch noch einmal vor mir. Ein letztes Mal. Dich, und sie. Ja, Tom. Ich werde es dir nie verzeihen. Nicht in diesem und nicht im nächsten Leben. Es ist zu spät. Du hast alles kaputtgemacht, hast mein Leben zerstört. Aber nun ist es vorbei. Du hast freie Bahn. Ich werde dich nie wieder stören. Es sind nur noch ein paar Meter. Ich höre mein Herz pochen. Das letzte Mal. Ich spüre einen Aufprall. Und dann ist es vorbei. Alles um mich herum versinkt in tiefe Schwärze.

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